Der CSD Berlin ist der zweitgrößte Pride im deutschsprachigen Raum und die perfekte Mischung aus politischer Demonstration und großer Party. Die Parade zieht über den Prachtboulevard der Hauptstadt, vorbei an Siegessäule und Brandenburger Tor. Dazu kommt seit 2022 ein eigener Pride Month mit Veranstaltungen über den ganzen Juli.

CSD Berlin: Termine und Ablauf
Der Berliner CSD ist kein Einzeltag, sondern zieht sich über mehrere Wochen. Der Ablauf ist Jahr für Jahr derselbe, nur das Datum verschiebt sich:
- Juni bis Juli: Pride Month mit Lesungen, Filmreihen, Diskussionen und Formaten, die sich gezielt an marginalisierte Gruppen richten.
- Wochenende vor der Parade: das schwul-lesbische Stadtfest am Nollendorfplatz, zwei Tage, sechs Bühnen.
- Donnerstag vor dem CSD: CSD auf der Spree, eine Pride-Party auf dem Wasser.
- Freitag: Opening-Partys, unter anderem im Schwuz und im KitKat.
- Samstag: die Demo, im Anschluss die Mainparty.
- Sonntag: Closing Party, aktuell der Hollywood Tramp Ball ab 22 Uhr.
Die Route der Demo
Die Demo startet an der Leipziger Straße und führt über den Potsdamer Platz, den Nollendorfplatz und die Siegessäule bis zum Brandenburger Tor, wo das Finale stattfindet. Die Route verbindet damit die symbolträchtigsten Orte der Hauptstadt mit Schöneberg, dem queeren Szenekiez. Wer nicht die ganze Strecke mitlaufen will, steigt am Nollendorfplatz zu, dort ist die Stimmung am dichtesten.
Schöneberg: das Herz der queeren Szene
Der Regenbogenkiez rund um den Nollendorfplatz ist der wichtigste queere Hotspot Deutschlands: auf wenigen Quadratmetern queere Bars, Diskotheken, Kleidungs- und Fetischläden und mit dem Eisenherz einer der bekanntesten queeren Buchläden des Landes. Berlin hat außerdem mit Abstand das größte Angebot an schwulen Fetisch- und Modeläden.

Das Straßenfest am Nollendorfplatz
Eine Berliner Besonderheit: Das große schwul-lesbische Stadtfest am Nollendorfplatz findet bereits eine Woche vor der Parade statt und zieht Hunderttausende an. Musik auf sechs Bühnen, Stände aller großen queeren Vereine aus dem In- und Ausland, dazu politische Formate: Beim legendären Wilden Sofa diskutieren samstags um 15.30 Uhr prominente Gäste über queerpolitische Themen.
Die besten Partys
Berliner CSD-Partys sind laut und basslastig, das merkst du schon auf der Parade, die stellenweise an die alte Love Parade erinnert. Das Publikum ist extrem international, zum Flirten ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Die offizielle Mainparty nach der Demo steigt im Ritter Butzke: sieben Dancefloors drinnen und draußen, im Innenhof eine Projektion, die an einen Sternenhimmel erinnert. Weil viele Tanzflächen unter freiem Himmel liegen, wird es auch bei Hitze auszuhalten. Kauf dein Ticket früh: Die ersten Kontingente gehen für rund zehn Euro weg, an der Abendkasse werden bis zu 40 Euro fällig. Die Closing Party am Sonntag findet ebenfalls im Ritter Butzke statt.

Anreise und Praktisches
Der Nollendorfplatz ist über die U1, U2, U3 und U4 erreichbar, der Startbereich der Demo über den S- und U-Bahnhof Potsdamer Platz. Ein Auto brauchst du nicht, die Innenstadt ist am CSD-Samstag großflächig gesperrt. Unterkünfte in Schöneberg und Kreuzberg sind zum CSD-Wochenende früh weg und deutlich teurer als sonst; Prenzlauer Berg oder Neukölln sind gute Alternativen, du bist in 20 Minuten am Geschehen.
Lohnt sich der CSD Berlin für dich?
Lohnt sich für dich, wenn
- Du willst aus einem CSD ein ganzes Wochenende machen, hier läuft von Donnerstag bis Sonntag etwas
- Du magst große, laute Partys mit internationalem Publikum
- Du willst Szene erleben, nicht nur die Parade, der Regenbogenkiez ist ganzjährig da
- Du interessierst dich für queere Politik und Geschichte, das Programm ist das breiteste in Deutschland
Eher nichts für dich, wenn
- Du suchst einen überschaubaren, familiären CSD, dann passen Bonn oder Osnabrück besser
- Du magst keine Bassbeschallung, die Berliner Parade ist eher Rave als Umzug
- Du planst kurzfristig, Hotels sind zum CSD-Wochenende teuer und knapp
- Du willst alles zu Fuß schaffen, die Route ist lang und die Stadt ist es auch
Der CSD Berlin im Rückblick
Der letzte CSD lief am 25. Juli 2026. Er endete mit einem Anschlag: Gegen 22 Uhr fuhr ein 21-Jähriger im Tiergarten in eine Menschenmenge und griff anschließend Menschen mit einer Stichwaffe an. Eine Frau starb, rund 30 Menschen wurden verletzt, die Veranstaltung wurde abgebrochen. Der Tatverdächtige wurde am Tag darauf bei einem Polizeieinsatz in Spandau erschossen. Bei vielen CSDs der folgenden Wochen wurden die Sicherheitskonzepte daraufhin verschärft. Seit 2022 gibt es in Berlin zusätzlich einen offiziellen Pride Month; das Programm veröffentlicht der Berliner CSD e. V. im Frühjahr. Zum Umfeld gehören außerdem die Canal Pride und eine wachsende Zahl von Formaten, die sich gezielt an trans, inter und nichtbinäre Menschen sowie an queere Menschen of Color richten.
Häufige Fragen zum CSD Berlin
Wann ist der CSD Berlin 2027?
Der Termin steht noch nicht fest. Traditionell fällt die Parade auf einen Samstag Ende Juli, 2026 war es der 25. Juli. Sobald der Veranstalter das Datum veröffentlicht, findest du es oben im Steckbrief.
Was kostet der CSD Berlin?
Demo und Stadtfest sind kostenlos. Geld brauchst du für Essen, Getränke und die Clubs: Frühbuchertickets für die großen Partys liegen bei etwa zehn Euro, an der Abendkasse bis zu 40 Euro.
Wo startet die Parade?
An der Leipziger Straße. Von dort geht es über Potsdamer Platz, Nollendorfplatz und Siegessäule zum Brandenburger Tor.
Ist das Straßenfest dasselbe wie der CSD?
Nein. Das schwul-lesbische Stadtfest am Nollendorfplatz ist eine eigene Veranstaltung und findet eine Woche vor der Parade statt. Viele reisen für beides an oder entscheiden sich bewusst für eines von beiden.
Wo übernachte ich am besten?
Schöneberg liegt am dichtesten am Geschehen, ist aber schnell ausgebucht. Kreuzberg, Neukölln und Prenzlauer Berg sind gute Alternativen und mit der U-Bahn in rund 20 Minuten erreichbar.
Lage Berlins
Alle Angaben zu Terminen, Routen und Partys ohne Gewähr. Das Programm veröffentlicht der Veranstalter im Frühjahr.


