Die besten Gay Bars, Clubs und Partys in Nürnberg

Nürnberg liegt rund eine ICE-Stunde von München entfernt und muss sich queer nicht verstecken. Der Schwerpunkt liegt in der südlichen Altstadt auf der Lorenzer Seite – zwischen Hauptbahnhof, Hallplatz und Weißem Turm, alles innerhalb der Stadtmauer und fußläufig. Johannesgasse, Klaragasse und die Gassen rund um den Hallplatz bilden den Kern; einzelne Adressen liegen in der Südstadt und in St. Johannis. Schnellauswahl: Traditionsbar → Savoy Bar · Pilsbar mit Straßenterrasse → Einfachso · Bar am Hallplatz → La Bas.

Wo die Szene liegt

Die südliche Altstadt ist kompakt: Vom Hauptbahnhof zum Weißen Turm sind es zu Fuß gut zehn Minuten, und dazwischen liegen die meisten Adressen. Zwei Ausreißer sollte man kennen – die Savoy Bar in der Bogenstraße liegt in der Südstadt und ist nicht fußläufig, ebenso wenig die Lokale in St. Johannis nördlich der Burg. Das queere Zentrum sitzt westlich des Plärrers Richtung Gostenhof, also ebenfalls etwas abseits der Barmeile.

CSD Nürnberg Pride

Der CSD Nürnberg firmiert seit 2024 als CSD NÜRNBERG PRIDE und ist der größte queere Termin Nordbayerns. Veranstalter ist der Förderverein Christopher-Street-Day Nürnberg e. V. Der Termin liegt im Hochsommer, Ende Juli bis Anfang August, mit zwei „Prideweeks“ und rund 60 Einzelveranstaltungen. Die Demoroute ist seit 2006 etwa 3,6 Kilometer lang und führt über den Berliner Platz und das Laufer Tor zum Kornmarkt, wo das Straßenfest stattfindet – in Sichtweite der Straße der Menschenrechte. Die Teilnehmerzahlen lagen zuletzt bei rund 11.000 bis 12.000, den Höchststand markiert 2018 mit über 20.000. Der politisch stärkste Programmpunkt ist die Gedenkveranstaltung am Magnus-Hirschfeld-Platz, die seit 2013 jedes Jahr an die Opfer der NS-Verfolgung erinnert.

Queere Vereine, Beratung und Community in Nürnberg

Das Queere Zentrum Nürnberg von Fliederlich e. V. in der Sandstraße 1 ist die zentrale Adresse für die ganze Region Nürnberg-Fürth-Erlangen. Der Verein wurde bereits im Sommer 1978 als „Schwulengruppe Fliederlich“ gegründet und war damit eine der ersten Schwulenemanzipationsgruppen Deutschlands. Heute gibt es dort rund siebzehn Gruppen – von der Jugendinitiative über trans* Jugend und eine Gruppe für asexuelle, aromantische und agender Menschen bis zum 60plus-Treff –, Beratung zu queeren Themen, Jugend-, Lesben-, Eltern-, Asyl- und Wohnungslosenberatung sowie eine Bibliothek und ein Archiv zur queeren Geschichte. Die AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth in der Entengasse berät zu HIV, STI und Chemsex und betreibt den Checkpoint mit Testangeboten; sie gibt außerdem den queeren Szeneguide der Metropolregion heraus, der als verlässlichste Bar-Übersicht der Stadt gilt. Sportlich ist Rosa Panther e. V. die Adresse: 1991 gegründet, seit 1997 im Bayerischen Landes-Sportverband, rund 260 Mitglieder und zehn Abteilungen von Badminton über FLINTA*-Fußball bis Yoga. Dazu kommen der Nürnberger Lederclub, die Norisbengel, die Schlampenlichter, der Dyke*March Nürnberg und die Hochschulgruppe AK Pride@Ohm. Die Stadt unterhält im Menschenrechtsbüro eine eigene Koordinierungsstelle LSBTIQ*. In Planung ist ein Regenbogenhaus, dessen Förderverein sich im Januar 2025 gegründet hat – Beratung unter einem Dach, Community-Treffpunkt und generationenübergreifendes queeres Wohnen. Ein Gebäude gibt es dafür noch nicht.

Queere Geschichte in Nürnberg

Die früheste dokumentierte Spur reicht bis 1594 zurück, als der Weber Christoph Mayr und der Obsthändler Hans Weber wegen „Sodomie“ hingerichtet wurden. Am heutigen Magnus-Hirschfeld-Platz zwischen Sterntor und Opernhaus stand bis 1945 eine Straßenbahn-Wartehalle, die ein bekannter Treffpunkt homosexueller Männer war – und entsprechend überwacht wurde. 2013 wurde dort die Edelstahl-Stele des Bildhauers Christof Popp mit der Inschrift „Totgeschlagen, totgeschwiegen“ errichtet, dazu ein Gedenkstein für verfolgte lesbische Frauen; im Juli 2019 erhielt der Platz offiziell den Namen Magnus-Hirschfeld-Platz. Die Emanzipationsgeschichte beginnt 1978 mit Fliederlich. Am 26. Juni 1982 fand die erste Schwulendemonstration Nürnbergs statt, Motto „Schwule fordern ihr Recht!“ – die Polizei zählte 350, die Veranstalter rund 500 Teilnehmende aus 23 Städten. In den 1970er- und 80er-Jahren gab es Bars wie Amicobar, Sonnige Pfalz, Why Not und Amys Bierbar, teils mit Klingelanlage und Türspion zum Schutz der Gäste. Am 1. Juli 1983 eröffnete Peter Abram die Savoy Bar, die älteste durchgehend bestehende queere Bar der Stadt – von Anfang an auch für heterosexuelle Gäste offen. 1998 initiierte die AIDS-Hilfe das erste „LesBiSchwule Straßenfest“, seit 2006 gibt es jährlich Demo und Straßenfest.

Häufige Fragen zu Gay Bars in Nürnberg

Wo ist die Szene in Nürnberg? In der südlichen Altstadt zwischen Hauptbahnhof, Hallplatz und Weißem Turm – rund um Johannesgasse und Klaragasse, alles zu Fuß machbar. Wann ist der CSD in Nürnberg? Ende Juli bis Anfang August, mit zwei Prideweeks und dem Finale am Kornmarkt. Wo ist das queere Zentrum? Bei Fliederlich e. V. in der Sandstraße 1, westlich des Plärrers. Wo finde ich verlässliche Bar-Infos? Im queeren Szeneguide der AIDS-Hilfe Nürnberg-Erlangen-Fürth – viele allgemeine Portale führen längst geschlossene Lokale.

Nürnbergs queere Bars im Einzelnen

Alle Locations aus der Altstadt und der Südstadt einzeln – mit Kurzbeschreibung, Publikum und Adresse.

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