Cafe Savoy Wien
Das Café Savoy Wien ist der Treffpunkt für queere Studierende und junge Leute in Wien. Hier beginnt der queere Ausgehtag schon am Morgen. Eine Institution der Wiener Szene Das Café…
Wien hat das größte queere Angebot im deutschsprachigen Raum außerhalb Berlins – und einen erstaunlich kompakten Kern. Fast alles spielt sich rund um den Naschmarkt ab, im 6. Bezirk (Mariahilf) entlang der Linken Wienzeile und im angrenzenden 4. Bezirk (Wieden). Wer sich dort einquartiert, erreicht Bars, Beratung und Community-Zentren zu Fuß. Fetisch- und Cruising-Lokale liegen im 5. Bezirk (Margareten), einzelne Clubs in der Inneren Stadt. Schnellauswahl: Klassiker und Frühstück → Café Savoy · Bar am Abend → Marea Alta, Village Bar · Club und Tanzen → The Hive.
Der Naschmarkt liegt zwischen Linker und Rechter Wienzeile; die Szene konzentriert sich auf der Mariahilfer Seite. In der Linken Wienzeile 102 steht die Türkis Rosa Lila Villa, Wiens queeres Community-Haus, ein paar Straßen weiter in der Windmühlgasse die Beratungsstelle COURAGE, am Mariahilfer Gürtel die Aids Hilfe Wien. Direkt südlich, im 4. Bezirk in der Heumühlgasse, liegt Das Gugg, das Vereinszentrum der HOSI Wien mit Café, Bar, Tanzfläche und Veranstaltungsraum. Der 4., 5. und 6. Bezirk grenzen entlang des Wienflusses aneinander – die Szene ist faktisch ein einziger Fußweg-Radius. Bis in die Innere Stadt sind es rund fünfzehn Minuten.
Wiens Pride heißt Regenbogenparade und ist die größte Demonstration Österreichs: zuletzt rund 300.000 Menschen, bei der EuroPride 2019 sogar etwa eine halbe Million. Die erste Parade zog am 29. Juni 1996 mit rund 25.000 Teilnehmenden; seit 2003 ist die HOSI Wien Veranstalterin. Der Termin ist ein Samstag im Juni, eingebettet in die mehrwöchige Vienna Pride. Die Route führt rund um die Ringstraße – und zwar bewusst gegen die Fahrtrichtung, ein politisches Statement, das seit der ersten Parade beibehalten wird. Start und Ziel liegen am Rathausplatz, dazwischen Parlament, Heldenplatz, Oper, Stubenring, Urania und Schwedenplatz. EuroPride war zweimal in Wien zu Gast, 2001 und 2019. Zwei Dinge sollte man wissen. Erstens: Der Life Ball findet nicht mehr statt. Gery Keszler beendete das Charity-Event 2019, der letzte Ball war im Juni 2019; insgesamt kamen fast 30 Millionen Euro für AIDS-Hilfsprojekte zusammen. Zweitens: Die Stadt Wien hat die Förderung der Vienna Pride 2026 um fast die Hälfte gekürzt, weshalb das Pride Village nur noch eintägig stattfand. Die Parade selbst blieb unangetastet. Als Ballersatz gibt es im Januar den Wiener Regenbogenball der HOSI Wien.
Die Türkis Rosa Lila Villa in der Linken Wienzeile 102 ist Wohnverein, Beratungszentrum und Veranstaltungsort in einem – 1982 besetzt und im selben Jahr legalisiert, mit der Fassadenaufschrift „Erstes Wiener Lesben- und Schwulenhaus“. 2012 wurde sie von „Rosa Lila Villa“ in „Türkis Rosa Lila Villa“ umbenannt, um trans Personen sichtbar zu machen. Es gibt Peer-Beratung zu Coming-out, Identität, Beziehungen, Diskriminierung und Gesundheit, die Rosa Lila Bibliothek, den offenen Treff „FreiRäumchen“ und ein Café. Die HOSI Wien, 1979 gegründet, ist Österreichs älteste und größte LGB-Organisation, gibt seit 1979 die „LAMBDA-Nachrichten“ heraus und betreibt Das Gugg. COURAGE in der Windmühlgasse bietet seit 1999 kostenlose, anonyme Beratung und Psychotherapie für LGBTIQ+ und Angehörige. Die Aids Hilfe Wien am Mariahilfer Gürtel übernimmt Testung, Beratung und Sozialarbeit. Die Stadt Wien selbst unterhält mit der WASt, der Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ-Angelegenheiten, eine eigene Magistratsdienststelle. Für junge Menschen zwischen 13 und 27 gibt es seit 2024 mit Q:WIR in Ottakring das erste queere Jugendzentrum der Stadt. Queer Base unterstützt queere Geflüchtete mit Wohnraum, Rechts- und Sozialberatung. Die queere Stadtgeschichte sammelt QWIEN, das Zentrum für queere Geschichte, mit Archiv, einer Bibliothek von über 8.000 Bänden und „Queer City Walks“. Sportlich ist der SV Aufschlag Wien die größte Adresse; gemeinsam mit den Kraulquappen richtete er 2024 die EuroGames mit rund 4.000 Athletinnen und Athleten aus.
Österreich hatte länger als Deutschland ein Totalverbot: Von 1852 bis 1971 kriminalisierte § 129 I b gleichgeschlechtliche Handlungen – ausdrücklich auch zwischen Frauen. Allein zwischen 1945 und 1971 gab es über 14.000 Verurteilungen. Erst die „Kleine Strafrechtsreform“ von 1971 unter Justizminister Christian Broda entkriminalisierte einvernehmliche Handlungen unter Erwachsenen. Danach blieben Sonderparagrafen: § 209 mit einem höheren Schutzalter für Sex zwischen Männern fiel erst 2002, das Vereins- und Werbeverbot 1996. Umso bemerkenswerter ist, dass sich die HOSI Wien 1979 gründete – trotz formal noch geltendem Vereinsverbot. 1982 folgte die Besetzung der Rosa Lila Villa, 1996 die erste Regenbogenparade. Über hundert Männer allein aus Wien wurden in der NS-Zeit in Konzentrationslager deportiert, weniger als ein Drittel überlebte; als NS-Opfer anerkannt wurden sie erst 1995. Seit dem 5. Juni 2023 erinnert im Resselpark beim Karlsplatz das Denkmal „ARCUS“ von Sarah Ortmeyer und Karl Kolbitz an sie – der gedachte Schatten eines Regenbogens in Grautönen auf einem eiförmigen Sockel. Rechtlich gilt in Österreich die Ehe für alle seit dem 1. Jänner 2019, auf Basis einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs von 2017.
Wo ist das Gay-Viertel in Wien? Rund um den Naschmarkt im 6. Bezirk, mit Ausläufern in den 4. und 5. Bezirk. Alles fußläufig. Wann ist die Regenbogenparade? An einem Samstag im Juni, rund um die Ringstraße und gegen die Fahrtrichtung. Gibt es den Life Ball noch? Nein. Der letzte Life Ball fand im Juni 2019 statt. Als großes queeres Ballereignis bleibt der Wiener Regenbogenball im Januar. Wo finde ich Beratung in Wien? In der Türkis Rosa Lila Villa, bei COURAGE in der Windmühlgasse, bei der Aids Hilfe Wien und bei der städtischen WASt.
Alle Locations rund um den Naschmarkt und in der Inneren Stadt einzeln – mit Kurzbeschreibung, Publikum und Adresse.
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