Ponyclub Party Mannheim
Die Ponyclub-Party ist eine queere Partyreihe in der Disko Zwei in Mannheim. Sie steigt einmal im Monat, jeweils am dritten Samstag, dazu an Silvester; nur im August pausiert die Reihe.…
Mannheim ist der queere Knotenpunkt der Rhein-Neckar-Region. Ein zusammenhängendes Szeneviertel gibt es nicht – die Locations verteilen sich über das Quadrate-Raster der Innenstadt, mit einer gewissen Häufung rund um den Wasserturm. Dafür ist alles kompakt: Von Quadrat zu Quadrat sind es fünf bis fünfzehn Gehminuten. Und die Stadt macht queerpolitisch mehr als die meisten ihrer Größe: Mannheim war die erste Stadt Baden-Württembergs mit einer eigenen Queer-Beauftragung.
Schnellauswahl: Bar und Treffpunkt → Solo, Proud · Party → Ponyclub, Himbeerparty · Club und Veranstaltungsort → Gaywerk · Sauna → Galileo Sauna · Café und Treffpunkt am Tag → Café Klatsch · queere Partyreihe → Queerlactica.
Die Adressen verteilen sich über die Quadrate – G7, U4, C8, O7 – sowie über die angrenzende Schwetzingerstadt und Oststadt mit Hebelstraße und Angelstraße, etwa fünfzehn Minuten zu Fuß vom Zentrum. Im Quadrat G7 sitzt das Queere Zentrum Mannheim, das mit seinem Café donnerstags bis samstags abends selbst ein Anlaufpunkt ist. Der Alte Messplatz in der Neckarstadt ist der Ort für die großen Community-Veranstaltungen, allen voran das Pride-Straßenfest.
Die Region gehört dazu: Ludwigshafen ist mit der Straßenbahn in rund zehn Minuten erreichbar, Heidelberg mit S-Bahn oder Regionalzug in etwa zwanzig. Beide Städte haben eigene Strukturen – Heidelberg sogar einen eigenen Pride.
Eine Namensänderung, die man kennen sollte: Der Mannheimer CSD heißt seit 2024 Monnem Pride. Bis 2023 organisierte ihn der CSD Rhein-Neckar e. V., seither liegt die Verantwortung beim neu gegründeten Monnem Pride e. V., koordiniert vom Queeren Zentrum. Ein Rotationsprinzip zwischen Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen gibt es nicht – Heidelberg veranstaltet mit Heidelpride im Juni einen eigenen, separaten Pride.
Der Termin liegt am zweiten Juli-Wochenende. Die Demo startet mittags an der Augustaanlage und zieht durch die Innenstadt zum Alten Messplatz, wo bis in den Abend das Straßenfest mit Live-Musik, Redebeiträgen, Infoständen und Street Food läuft. Zuletzt waren es rund 12.000 Teilnehmende; die Stadtverwaltung selbst lief mit etwa hundert Beschäftigten mit. Bemerkenswert ist das Barrierefreiheitskonzept mit rollstuhlgerechten Toiletten, Gebärdensprachdolmetschung, Ruheräumen und Awareness-Struktur.
Zur Einordnung der Geschichte: Der erste CSD Rhein-Neckar zog 2001 zwischen 50.000 und 75.000 Menschen an und war damals der viertgrößte CSD Deutschlands; 2019 lag der Höchststand bei rund 120.000 Besuchenden. Diese Zahlen sind Besucherzahlen des Gesamtfests und nicht mit den heutigen Demo-Zahlen vergleichbar.
Das Queere Zentrum Mannheim (QZM) in G7 14 wurde 2019 gegründet – hervorgegangen aus einem Vorschlag im Bürgerhaushalt, der die Community-Abstimmung gewann und eine Anschubfinanzierung der Stadt erhielt. Es bietet kostenlose Gruppenräume, das QZM-Café von Donnerstag bis Samstag abends und einen queeren Jugendtreff, der 2021 eröffnete. Der Zugang und die Toiletten sind barrierefrei.
Die zentrale Beratungsstelle ist PLUS Rhein-Neckar e. V. mit Standorten in Mannheim und Heidelberg – „von lsbtiaq+ Menschen für lsbtiaq+ Menschen“. Angeboten werden psychosoziale Beratung zu Coming-out, trans Themen, Regenbogenfamilien und Diskriminierung, dazu sexuelle Gesundheit und HIV sowie eine Fachberatung für queere Geflüchtete; PLUS trägt auch den Jugendtreff im QZM. Die Queer-Beauftragung der Stadt Mannheim im Rathaus organisiert den Runden Tisch für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, den Dyke*March und die Trans*Action-Wochen. Dazu kommen die Mannemer Volley Dolls als queerer Sportverein, der schwule Chor RosaKehlchen und mit QUEER² ein Netzwerk queerer Mitarbeitender der Stadtverwaltung.
In der Region: In Heidelberg das Queere Netzwerk Heidelberg mit über zwanzig Gruppen und einer kostenlosen Beratung sowie der ehrenamtlich getragene Queer Space Heidelberg am Karlstor; in Ludwigshafen das Geschichtsprojekt „Vom anderen Ufer?“.
Schon in den 1910er- und 20er-Jahren lassen sich in Mannheim Gaststätten als queere Treffpunkte nachweisen, dazu Gruppen, Publikationen und Filme. Mit 1933 kippte das: Razzien gegen queere Treffpunkte, 1935 die Verschärfung des § 175, 1936 die Gründung der „Reichszentrale zur Bekämpfung der Homosexualität“ – Mannheims Polizeipräsident erklärte deren Bekämpfung zu einer der wichtigsten Aufgaben der Kriminalpolizei. Allein im November 1936 liefen in Mannheim 24 Verfahren. Ein Stolperstein in F 4 erinnert an Herbert Klingmann, Pianist und Klavierlehrer, 1938 erstmals verhaftet, 1940 nach Dachau deportiert und dort mit 36 Jahren gestorben.
Nach dem Krieg war zunächst Ludwigshafen das lesbisch-schwule Zentrum der Region; erst gegen Ende der 1980er wurde Mannheim zum Szeneschwerpunkt. 1975 gründete sich die Schwule Aktion Mannheim (SchAM) – der Anstoß war der Besuch eines Films von Rosa von Praunheim. Der Verein bestand bis 2009 und betrieb ab 1984 das „Rosa Telefon“ als Beratungshotline. Parallel organisierten sich Lesben ab 1978 im Frauenzentrum; 1982 erschien die Publikation „Lila Klatschmohn“.
1981 fand die erste Schwule Woche statt, mit Straßentheater, Filmen und Lesungen unter anderem in der Alten Feuerwache. Der zweiten Ausgabe 1982 entzogen Stadtverwaltung und Kirchen die Unterstützung – der Stadtdekan nannte sie „Propaganda“. Erst 1991 gelang mit dem Schwulen Kulturherbst ein Format mit breiter Akzeptanz. Im Juli 2021 erklärte sich Mannheim als eine der ersten Städte Deutschlands und als erste in Baden-Württemberg zur „LGBTIQ Freedom Zone“; es war zudem die erste Stadt Kontinentaleuropas, die Trans-Pride-Flaggen am Rathaus hisste. Die queere Regionalgeschichte erforscht heute das Stadtarchiv MARCHIVUM, dessen Ausstellung „Queer im Leben!“ von September 2026 bis Januar 2027 an der Universität Mannheim zu sehen ist.
Gibt es in Mannheim ein Gay-Viertel?
Nein. Die Locations verteilen sich über die Quadrate der Innenstadt, liegen aber kompakt beieinander.
Wann ist der CSD in Mannheim?
Am zweiten Juli-Wochenende, heute unter dem Namen Monnem Pride, mit Demo ab Augustaanlage und Straßenfest am Alten Messplatz.
Heißt der CSD noch „CSD Rhein-Neckar“?
Nein. Seit 2024 heißt er Monnem Pride. Heidelberg hat mit Heidelpride einen eigenen Pride im Juni.
Wo finde ich Beratung in Mannheim?
Bei PLUS Rhein-Neckar, im Queeren Zentrum in G7 14 und bei der Queer-Beauftragung der Stadt im Rathaus.
Alle Locations der Quadratestadt einzeln – mit Kurzbeschreibung, Publikum und Adresse.
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