M&V Bar Hamburg
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Hamburg hat nach Berlin und Köln die größte queere Ausgehszene Deutschlands – und sie verteilt sich auf zwei Pole, die nicht fußläufig zusammenliegen. In St. Georg rund um die Lange Reihe findest du das Café- und Barviertel, in St. Pauli rund um die Reeperbahn die späteren, härteren Adressen. Wer beides an einem Abend mitnehmen will, plant eine U-Bahn-Fahrt ein.
Schnellauswahl: Klassiker und Kaffee am Tag → Café Gnosa · Cocktails und Vorglühen → Kyti Voo, Cube Bar · Kneipe und Stammpublikum → M&V Bar, Minus Bar, Bellini Bar · Cruising und Fetisch → Pick Up, Toom Peerstall · Tanzen und lange Nächte auf St. Pauli → Wunderbar, SLUT Bar · bunt gemischt → Kunterbunt, Schatzi Bar, Extratour, Daniel’s Company.
Die Lange Reihe zwischen Hauptbahnhof und Außenalster ist Hamburgs queere Adresse schlechthin – rund einen Kilometer lang, tagsüber Café- und Einkaufsstraße, abends Barmeile. Regenbogenflaggen gehören hier zum Straßenbild. Das Café Gnosa ist die Institution des Viertels: Das Haus trägt den Namen seit 1939 und ist bis heute Treffpunkt über alle Generationen hinweg. In den Nebenstraßen – Pulverteich, Danziger Straße – wird es abends deutlich schwuler und später.
Der zweite Schwerpunkt liegt rund vier Kilometer westlich. Rund um die Reeperbahn, in der Talstraße und der Clemens-Schultz-Straße, sitzen die Bars mit längeren Nächten und dem raueren Publikum. Wer in St. Georg anfängt und auf St. Pauli endet, macht es wie die meisten Hamburger – umgekehrt funktioniert es selten.
Der CSD Hamburg findet seit 1980 jährlich statt und ist einer der größten Deutschlands: Veranstalter ist Hamburg Pride e. V., der Termin liegt Ende Juli bis Anfang August, zuletzt mit bis zu 250.000 erwarteten Teilnehmenden und einer über fünf Kilometer langen Demoroute. Das Straßenfest ist inzwischen von der Langen Reihe in die Innenstadt an Binnenalster, Rathausmarkt und Jungfernstieg gezogen. 2004 war Hamburg Gastgeber der EuroPride mit rund 360.000 Menschen im Zug. Parallel läuft der Dyke March.
Das Magnus-Hirschfeld-Centrum am Borgweg in Winterhude ist das queere Zentrum der Stadt – 1983 eröffnet und damit eines der wenigen erhaltenen Zentren aus der Gründungswelle der 1980er. Es bietet Beratung für schwule, lesbische, bi und trans Personen, Jugend- und Elternberatung, Rechtsberatung, Gruppen und das Schulaufklärungsprojekt Soorum. Hein & Fiete am Pulverteich ist der schwule Checkpoint mit HIV- und STI-Tests sowie Sucht- und Drogenberatung, die Aidshilfe Hamburg ergänzt Prävention und Begleitung. Für Lesben ist Intervention e. V. seit über 40 Jahren Anlaufstelle, für queere Geflüchtete Queer Refugees Hamburg. Sportlich organisiert ist die Community bei Startschuss Queer Sport, politisch beim LSVD⁺ Hamburg.
Hamburgs queere Geschichte lässt sich an wenigen Orten festmachen. Das Café Gnosa trägt seinen Namen seit 1939. 1980 zog der erste CSD durch die Stadt. 1982/83 entstand das Magnus-Hirschfeld-Centrum. In der KZ-Gedenkstätte Neuengamme erinnert seit 1985 ein Gedenkstein an die homosexuellen Opfer des Nationalsozialismus. An der Binnenalster soll außerdem ein „Denk-Ort für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ entstehen – die Community hat sich 2024 für den Entwurf „Pavillon der Stimmen“ von Olafur Eliasson entschieden, gebaut ist er noch nicht.
Wo ist das Gay-Viertel in Hamburg?
In St. Georg, entlang der Langen Reihe zwischen Hauptbahnhof und Außenalster. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf St. Pauli rund um die Reeperbahn.
Sind St. Georg und St. Pauli zu Fuß machbar?
Innerhalb von St. Georg ja, zwischen den beiden Vierteln nicht – dazwischen liegen rund vier Kilometer. Nimm U- oder S-Bahn.
Wann ist der CSD in Hamburg?
Ende Juli bis Anfang August, mit der Demo an einem Samstag und einem mehrtägigen Straßenfest in der Innenstadt.
Wo finde ich Beratung in Hamburg?
Im Magnus-Hirschfeld-Centrum am Borgweg und bei Hein & Fiete am Pulverteich.
Alle Locations aus St. Georg und St. Pauli, die wir besucht haben – mit Kurzbeschreibung, Publikum und Adresse.
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