Du betrachtest gerade Blowjob: Wie er perfekt wird

Der Blowjob ist für viele Männer der Inbegriff der Intimität. Wenn du sein bestes Stück im Mund hast, stimuliert das all seine Sinne. Der Penis gehört zu den empfindlichsten Körperstellen überhaupt, allein in der Eichel sitzen tausende Nervenenden.

Oralsex ist für viele Männer nicht nur Vorspiel. Gerade für viele schwule Männer, die sich spontan auf einer Party kennenlernen oder ein Spontandate haben, kommt Analsex beim ersten Date nicht in Frage. Oralsex geht schnell und unkompliziert.

Ein guter Blowjob setzt voraus, dass ihr beide Spaß daran habt. Ein Blowjob aus Pflichtgefühl löst bei deinem Gegenüber keine Erregung aus, sein bestes Stück erschlafft dann in Rekordgeschwindigkeit. Für viele Männer ist Oralsex zugleich der Test, ob man danach mehr will und Analsex haben will.

Blowjob mit oder ohne Kondom?

Für die meisten Männer stellt sich die Frage gar nicht. Sie nutzen keine Kondome beim Blowjob. Gerade für ängstliche Männer kann ein Kondom bei einer spontanen Bekanntschaft aber eine Option sein. Ohne Kondom lassen sich zahlreiche Erreger weitergeben, darunter Tripper, Chlamydien, Syphilis, Herpes und HP-Viren. Dass beim Oralsex nichts übertragen werden kann, ist also ein Mythos. Das Risiko einer HIV-Übertragung ist beim Blowjob dagegen sehr gering. Wer den Geschmack von Latex stört, findet aromatisierte Kondome im Handel.

Wenn du wechselnde Partner hast, lass dich regelmäßig testen und sag dabei dazu, dass du Oralsex hast. Dann wird auch ein Rachenabstrich gemacht, denn Tripper und Chlamydien im Hals machen oft keine Beschwerden. Anonyme Fragen zu Safer Sex und Tests beantwortet die Beratung der Deutschen Aidshilfe unter 0180 33 19411 (9 Cent pro Minute) oder per Mail und Chat.

Quelle: ICH WEISS WAS ICH TU (Deutsche Aidshilfe), HIV durch Oralsex: Risiko, Schutz und Safer Sex, abgerufen im September 2026. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Blowjob: Die perfekte Vorbereitung

Für viele ist der Blowjob der Beginn des Sex. Auch davor könnt ihr euch schon heiß machen. Küsst euch intensiv, gerne auch am Hals und wandert von dort den Körper herunter. Auch Massagen können entspannen und Nähe herstellen.

Abwechslung oder immer die gleiche Bewegung?

Solltest du besser die ganze Zeit die gleiche Bewegung durchführen oder macht Abwechslung den Blowjob erst richtig heiß? Hier ist es wichtig, zwei Phasen beim Blowjob zu unterscheiden.

Zu Beginn des Blowjobs geht es darum, den anderen anzuturnen und seine Lust zu stimulieren. Der Beginn darf ruhig etwas wilder sein, hier lohnt sich das Experimentieren. In der zweiten Phase, wenn er dem Orgasmus näher kommt, zählt dagegen Beständigkeit.

Langsam oder schnell?

Hier scheiden sich die Geister. Klar ist, ein langsamer Blowjob führt dazu, dass dein Partner jede Bewegung deiner Lippe und deiner Zunge noch intensiver wahrnimmt. Diese Form des Blowjobs ist daher wesentlich sinnlicher und eignet sich gerade, wenn ihr Zeit habt. Durch die langsamen Bewegungen kann dein Partner intensiver in deine Berührungen hineinspüren. Erregung entsteht im Kopf. Wenn du ihm dabei mit entspannter, lustvoller Mimik zeigst, dass es für dich in diesem Moment nichts Geileres gibt, treibst du ihn zu ungeahnten Höhepunkten.

Kommt er dem Orgasmus näher, behältst du Technik und Tempo besser bei. Viele Männer haben sonst Schwierigkeiten, überhaupt zu kommen.

Hier die besten Blowjob-Techniken

Es empfiehlt sich, immer auf die Reaktion deines Partners zu achten. Stöhnt er wohlig auf? Merkst du, dass seine Atmung immer schneller wird? Er zieht seine Augenbrauen nach unten und sein Gesicht verzerrt sich etwas vor Lust? Dann mach weiter so.

Handjob

Der Handjob eignet sich als Vorspiel zum Blowjob und lässt sich auch mittendrin immer wieder einbauen, um Abwechslung zu schaffen. Am intensivsten wird es, wenn du seinen Schaft mit der Hand stimulierst, während dein Mund die Eichel verwöhnt. Ein Tropfen Gleitgel oder einfach Speichel macht die Bewegung geschmeidiger.

Seine Eichel verwöhnen

Umspiele seine Eichel mit deinen Lippen und deiner Zunge. Umkreise diese und lecke mit deiner Zunge immer wieder den Punkt, an dem seine Eichel anfängt.

Deepthroat

Der Deepthroat gilt als Königsdisziplin und sorgt für eine besonders intensive Verbindung zwischen euch beiden. Dabei gilt es, den eigenen Würgereflex zu überwinden. Für viele ist es unheimlich heiß, wenn der Partner sieht, dass du weitermachst, obwohl der Reflex einsetzt.

Deepthroat oder lieber die Eichel stimulieren?

In Pornos wirkt der Deepthroat mühelos, in der Praxis ist er herausfordernd. Übe langsam, atme durch die Nase und geh nur so tief, wie es sich gut anfühlt. Vereinbart ein Handzeichen, mit dem du jederzeit abbrechen kannst. Für die meisten Männer ist eine ausdauernd verwöhnte Eichel ohnehin intensiver als jeder Rekord in der Tiefe.

Blowjob: Sperma schlucken oder spucken?

Es kann unheimlich heiß sein, wenn du deinem Partner sagst, dass du gleich sein Sperma schlucken wirst oder er dir ins Gesicht spritzen soll. Die Vorstellung sein Sperma zu schlucken, kann devot auf ihn wirken und ihn so besonders anturnen. Zudem kann es ein Beweis von besonderem Vertrauen und Nähe sein, wenn du sein Sperma schluckst. Es zeigt ihm, dass du absolut keinen Ekel vor ihm hast, sondern sogar sein Sperma schluckst. Überlege dir aber am besten vorher, ob du sein Sperma schlucken möchtest. Wenn nicht, dann achte darauf, das Sperma, nachdem er gekommen ist, nicht angewidert auszuspucken. Das turnt jeden Mann ab und könnte ihm das Gefühl geben, du findest das eklig. Das kann das beim Sex aufgebaute Vertrauen wieder zerstören. Eine weitere Möglichkeit ist Felching, also dein eigenes Sperma zu schlucken, das aus seinem Hintern läuft, nachdem du in ihm gekommen bist.

Für viele Männer ist es aber genau so anturnend, ihrem Partner ins Gesicht zu ejakulieren. Wenn du sein Sperma nicht schlucken möchtest, kann das eine gute Alternative sein.

Ist Sperma gesund?

Wer glaubt, durch Sperma seinen Nährstoffhaushalt verbessern zu können, irrt. Zwar enthält Sperma wertvolle Nährstoffe wie Eiweiße und Zink. Die Mengen sind aber zu gering, damit diese einen wesentlichen Nutzen hätten.

Andererseits enthält Sperma Spermidin. Spermidin ist ein Polyamin, das erstmals im Sperma nachgewiesen wurde und daher seinen Namen trägt. Der Stoff gilt manchen als Wundermittel, das jung halten soll. Das Mittel regt zur Selbstreinigung der Zellen an, sodass gealterte Zellen länger funktionsfähig sind und so der Alterungsprozess verlangsamt werden könnte.

Kann ich den Geschmack meines Spermas verändern?

Hierzu gibt es durchaus unterschiedliche Ansichten. Manche Männer behaupten, das Sperma ihres Partners schmecke anders, wenn er vorher beispielsweise Kaffee, Rotwein oder besonders scharfe Lebensmittel gegessen hat. Sperma schmeckt in der Regel leicht nussig, der Einfluss der Ernährung ist gering. Süße Speisen können das Sperma etwas leckerer machen. Wer viel Alkohol trinkt oder raucht, dessen Sperma schmeckt eher bitter.

No-Gos beim Blowjob

Ein paar Dinge killen jede Stimmung. Diese solltest du vermeiden:

  • Zähne. Der Klassiker unter den Stimmungskillern. Lege die Lippen locker über die Zähne, dann passiert nichts.
  • Zu wenig Speichel. Trockenheit tut weh. Nimm dir Zeit, feucht zu bleiben, oder greif zu Gleitgel.
  • Hektik. Wer hastig auf und ab pumpt, erzeugt keine Erregung, sondern Reibung. Rhythmus schlägt Tempo.
  • Grenzen übergehen. Kein Festhalten am Kopf ohne Absprache, kein ungefragtes Facefucking, kein Abspritzen im Mund, wenn er das nicht will.
  • Angewidert reagieren. Wenn du sein Sperma nicht schlucken willst, sag es vorher. Danach demonstrativ auszuspucken, verletzt.
  • Kommentare zu Größe oder Geruch. Ein unbedachter Satz sitzt jahrelang.
  • Ständig unterbrechen. Kurz vor dem Orgasmus die Technik zu wechseln oder aufs Handy zu schauen, ruiniert den Moment.

Schwuler Blowjob

Studien zeigen, dass schwule Männer mehr über Oralsex wissen und beim Kondomgebrauch vorsichtiger sind als heterosexuelle Männer.

Martin Schirmer

Martin Schirmer ist Psychologe (M.Sc.) und Gründer von „Mann liebt Mann“. Seit über 5 Jahren beschäftigt er sich mit Dating und Beziehungen im queeren Kontext und coacht schwule und bisexuelle Männer bei der Partnersuche. Er ist Mitglied im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), im Deutschsprachigen Dachverband für Positive Psychologie (DACH-PP) und im ColognePride e.V., dem Veranstalter des CSD Köln.

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