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Analsex bei Männern

Gehört Analsex nicht zwangsläufig zum schwulen Sex dazu? Und wie bereitest du dich als aufnehmender Partner richtig darauf vor?

Sex wird von vielen Menschen noch immer auf das Eindringen reduziert. Wer an schwulen Sex denkt, hat häufig ein Bild im Kopf, wie zwei Männer Analsex haben. Für Analsex braucht es einen Top und einen Bottom. Eine US-Umfrage aus dem Jahr 2018 ergab, dass sich 39 Prozent der schwulen Männer als Top bezeichnen, 33 Prozent als versatile und 29 Prozent als Bottom. Demnach haben 39 Prozent mehrmals im Monat Analsex, 29 Prozent mehrmals pro Woche und 13 Prozent sogar täglich. Jeder Sechste dagegen seltener als einmal im Jahr.

Ist Analsex ein Muss beim schwulen Sex?

Gerade schwuler Sex hat viel mit körperlicher und emotionaler Hingabe zu tun. Du solltest dir deshalb vor deinem ersten Mal mit einem anderen Mann überlegen, wie weit du gehen möchtest. Dies betrifft vor allem die Frage, ob du gerne Analsex mit deinem Sexpartner haben möchtest oder nicht. Für viele ist das eine zusätzliche Hürde, und es kann hilfreich sein, zunächst beim Oralverkehr zu bleiben. Analverkehr ist etwas, für das gegenseitiges Vertrauen wichtig ist. Viele Männer haben nur mit Männern Analverkehr, wenn sie diese länger kennen. Studien zeigen, dass viele schwule Männer bewusst darauf verzichten, Analverkehr zu haben und auch ohne Analverkehr ein erfülltes Sexleben haben. Auch ohne Analsex kannst du guten Sex haben. Es kann erleichternd sein, wenn du nicht immer für Analsex bereit sein musst. Gerade in langfristigen Beziehungen kann es aber zu Konflikten führen, wenn der eine ein starkes Verlangen danach hat und der andere nicht.

Banane mit Kondom als Symbolbild für Analsex

Die richtige Vorbereitung

Wie bereite ich mich richtig auf Analsex vor? Diese Frage betrifft besonders den aufnehmenden Partner. Für die allermeisten Männer, die Sex mit Männern haben, ist Hygiene beim Analsex ein wichtiges Thema. Dieselbe US-Umfrage ergab, dass etwa die Hälfte der schwulen Männer vor dem Sex eine Analdusche nutzt, die andere Hälfte selten oder nie. Wer häufiger Analsex hat, nutzt umso öfter eine Analdusche.

Wenn du keine Analdusche nutzt und länger keinen Stuhlgang hattest, können Rückstände zurückbleiben. Ein Handtuch unterlegen nimmt die Sorge davor.

Hilfreich ist es auch, Gleitgel zu nutzen, sonst kann Analsex schnell schmerzhaft werden. Anders als die Vagina produziert der Enddarm keine eigene Feuchtigkeit. Der männliche Schließmuskel ist nicht unbedingt darauf ausgelegt, dass ein großer Gegenstand von außen in ihn eindringt. Nehmt euch deshalb Zeit, ihn behutsam zu weiten, etwa mit einem Finger oder einem Dildo. Am wichtigsten ist, dass der aufnehmende Partner entspannt ist. Nur dann macht Analsex Spaß. Und selbstverständlich gilt: Bei Schmerzen wird gestoppt, nicht durchgehalten.

Schutz beim Analsex

Analsex ist die Sexpraktik mit dem höchsten Risiko für eine HIV-Übertragung, für den aufnehmenden Partner noch einmal deutlich stärker als für den eindringenden. Wer Kondome nutzt, ist gut geschützt, wichtig ist dabei ausreichend Gleitgel auf Wasserbasis, denn Öl macht Latex durchlässig.

Eine Alternative ist die PrEP, eine Tablette, die zuverlässig vor HIV schützt und in Deutschland für Männer mit erhöhtem Risiko von den Krankenkassen bezahlt wird. Sie schützt allerdings nur vor HIV, nicht vor Syphilis, Tripper oder Chlamydien. Wer wechselnde Partner hat, sollte sich deshalb alle drei bis sechs Monate testen lassen. Und wer bereits HIV-positiv ist und wirksam behandelt wird, kann das Virus nicht weitergeben.

Wie fühlt sich Analsex an?

Im Anus liegt der männliche G-Punkt an der Prostata. Wenn du beim Sex mit deinem Partner einen analen Orgasmus haben möchtest, kommt es vor allem auf die Sexstellung an und wie sein Penis gebaut ist. Am leichtesten gelingt das, wenn du auf dem Rücken liegst. Dabei kommt es auch auf die Form seines Penises an. Wenn dieser leicht nach oben gewölbt ist, ist das von Vorteil.

Übung macht den Meister

Das erste Mal Analsex ist für viele Männer eine Überwindung und sie können es eventuell nicht direkt genießen. Wie bei so vielem, kommt es natürlich auch hierbei auf Übung an. Nicht umsonst heißt es: Übung macht den Meister. Wer häufiger Sex hat, gewöhnt sich daran und kann mit der Zeit diese intimen Momente richtig genießen. Wenn dein erstes Mal also nicht so ist, wie du es dir vorgestellt und gewünscht hast, dann gib nicht sofort auf, sondern gib dir eine zweite Chance. Wenn die Situation dich bei einem One-Night-Stand unter Druck setzt, dann verzichte bewusst darauf und habe Analsex nur in Beziehungen. Viele schwule und bisexuelle Männer haben Analsex ohnehin nur mit einem festen Partner.

Martin Schirmer

Martin Schirmer ist Psychologe (M.Sc.) und Gründer von "Mann liebt Mann". Seit über 8 Jahren beschäftigt er sich mit Dating und Beziehungen im queeren Kontext und coacht schwule und bisexuelle Männer bei der Partnersuche.

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