Mein Coaching stützt sich auf psychologische Forschung, und ich forsche auch selbst zu Dating und Beziehungen. Hier findest du meine wissenschaftlichen Arbeiten, jeweils mit einer kurzen Erklärung in Alltagssprache.
Nicht-Monogamie in der zeitgenössischen Kultur
Lexikonbeitrag · erscheint in Kürze
Für die Encyclopedia of Sexual Psychology and Behavior (Hrsg. Todd K. Shackelford, Springer) habe ich den Beitrag zum Thema „Nicht-Monogamie in der zeitgenössischen Kultur“ geschrieben. Er erscheint in den nächsten Wochen. Sobald er online ist, verlinke ich ihn hier.
Der Zusammenhang von Persönlichkeitsmerkmalen und der Wahrnehmung sexueller Annäherungen im Datingkontext
Masterarbeit · M.Sc. Psychologie, Universität zu Köln, 2026
Kurz erklärt
Stell dir vor, du hast ein erstes Date mit jemandem, den du attraktiv findest. Irgendwann macht die andere Person eine anzügliche Bemerkung oder rückt dir körperlich näher. Findest du das schön oder eher unangenehm? Genau das habe ich untersucht.
519 Menschen aus Deutschland, überwiegend Studierende, haben sich so ein Date vorgestellt. Dann haben sie bewertet, wie störend oder belästigend sie verschiedene Annäherungen fänden, von Worten bis zu Berührungen.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Frauen empfanden die Annäherungen deutlich störender als Männer. Der Unterschied war groß.
- Bei Frauen galt das umso mehr, je stärker sie sich als heterosexuell beschrieben.
- Wer offener für unverbindlichen Sex ist und eher an kurzen Affären interessiert ist, fand dieselben Annäherungen weniger störend.
Was das für dich bedeutet: Ob eine Annäherung beim Date gut ankommt, hängt stark davon ab, wer dir gegenübersitzt. Was der eine als charmantes Signal versteht, ist dem anderen zu viel. Achte deshalb auf die Reaktion deines Gegenübers, statt nach Schema F vorzugehen, und frag im Zweifel lieber nach.
Wissenschaftliche Zusammenfassung
Die vorliegende Vignettenstudie untersuchte den Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und der Wahrnehmung hypothetischer sexueller Annäherungen im Datingkontext. Ziel der Studie war es, zu prüfen, inwiefern ein Zusammenhang zwischen der Bewertung sexueller Annäherungen beim Dating und dem Geschlecht, der sexuellen Orientierung, der soziosexuellen Orientierung und der Kurzzeitorientierung besteht. Die Stichprobe bestand aus N = 519 Teilnehmenden aus Deutschland, bei denen es sich überwiegend um Studierende handelte. In einem Vignetten-Design stellten sich die Teilnehmenden vor, ein erstes Date mit einer als attraktiv wahrgenommenen Person ihres präferierten Geschlechts zu haben und bewerteten, wie belästigend oder störend sie verschiedene verbale oder behaviorale sexuelle Annäherungen der anderen Person während dieses Treffens empfanden. Die Ergebnisse von t-Tests und Korrelationsanalysen zeigten, dass Frauen sexuelle Annäherungen kritischer als Männer bewerteten (partielles η² = .20). Zudem bewerteten Frauen mit einer stärker heterosexuellen Orientierung sowie Personen mit einer niedrigeren soziosexuellen Orientierung und Kurzzeitorientierung die Annäherungen als störender und belästigender.
Die Befunde verdeutlichen, dass die Wahrnehmung sexueller Annäherungen im Datingkontext maßgeblich durch individuelle Persönlichkeitsmerkmale beeinflusst wird. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der aktuellen Forschung zur Wahrnehmung sexueller Annäherungen diskutiert.
Forschung trifft Praxis
Du möchtest wissen, wie du diese Erkenntnisse für dein eigenes Dating nutzt? Im Coaching schauen wir uns deine Situation gemeinsam an.

